Mythos Leder: Echt oder echt unecht?

Pack & Smooch pflanzlich gegerbtes Leder

Für viele Menschen muss Leder immer gleich aussehen. Ein Anspruch, der wahre Qualität leider hinten anstellt. Denn die Industrie laminiert ihr Leder einfach mit einer Plastikschicht und erzeugt auf dieser anschließend künstlich den für viele so typischen Lederlook. Es mag absurd klingen: Aber auch dieses mit Plastik überzogene Material darf „echtes Leder“ genannt werden.

Unter Leder versteht man Häute und Felle, deren Faserstruktur nicht verändert wurde. Durch die Technik des Spaltens können aus einer Haut mehrere Schichten Leder gewonnen werden. Die unterste Schicht ist das Spaltleder, das häufig für Gürtel verwendet wird. Die darüberliegenden Schichten sind das Oberleder oder Vollrindleder. Weil sie sehr belastbar und geschmeidig sind, werden sie häufig in der Bekleidungs-, Möbel und Autoindustrie verwendet. Wir verwenden ausschließlich Vollrindleder, das rein pflanzlich gegerbt wurde. Spaltleder findet bei Pack & Smooch keine Verwendung.

Woran erkenne ich das wirklich echte Leder?

pu beschichtetes Leder infografik vom mythos leder
Laminiertes Leder aus der Massenproduktion

Wer bei sogenanntem Industrieleder ganz genau hinschaut, sieht im Querschnitt – zum Beispiel an einer Kante – die unterschiedlichen Schichten, aus der das Leder zusammengefügt wurde. Hierbei handelt es sich meist um eine Trägerschicht (im Idealfall noch Spaltleder). In der Bekleidungsindustrie werden solche Stellen mit einer Plastikschicht überzogen und versteckt.Übrigens: Insektenstiche oder eine kleine Narbe, die von einer Verletzung nach einer Rangelei unter Rindern herrührt, ist kein Qualitätsmangel, sondern Ausdruck der Individualität des Leders – ein echtes Stück Natur eben.

Industrie setzt bei Gerbung häufig giftige Chromsalze ein

Unser Leder ist eines der besten Materialen, die weltweit auf dem Markt erhältlich sind. Sein besonders schonender, pflanzlicher Gerbungsprozess macht es so unverwechselbar. Diese Ledergewinnung dauert erheblich länger als der herkömmliche industrielle Gerbungsprozess. Hier wird häufig das Chrom (III)-Salz eingesetzt. Es bewirkt eine dauerhafte Bindung mit dem in der Lederhaut vorhandenen Eiweiß (Kollagen). Dadurch wird die rohe, verderbliche Hautfaser in eine neue, haltbare und strapazierfähige Faser umgewandelt – das Leder. Die Industrie kann so in sehr viel kürzerer Zeit mehr Leder gerben und weitaus effizienter arbeiten; doch häufig zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit – sowohl bei der Herstellung als auch beim Tragen. Denn aus Chrom (III) bildet sich unter bestimmten Bedingungen das gefährliche Chrom (VI). Dieses Salz kann, wenn es in die Haut eindringt (etwa bei Verletzungen), Kontaktallergien auslösen; zudem gilt es als krebserregend. Chrom (VI) kann auch durch Verunreinigung in bereits verwendeten Gerbsalzen enthalten sein. Ca. 85% der weltweiten Herstellungsprozesse von Schuhen, Polstermöbeln und Bekleidung sind Chromgerbungen. Einen gesetzlichen Grenzwert für Chromat in Alltagskleidung existiert bislang nicht. Nur für lederne Arbeitshandschuhe gibt es eine EU-Norm. Sie schreibt vor, dass der Chromatgehalt im Leder unter der Nachweisgrenze von 3 mg/kg liegen muss.

Hier sei Euch ein Link zu einer ZDF-Reportage empfohlen.

Leider ist die Kennzeichnung von echten Ledern nicht eindeutig genug. Häufig werden in Deutschland neben dem Symbol einer Lederhaut folgende Begriffe verwendet: „100%“, „echt“ oder „echtes Leder“ (im Englischen: „genuine“, „real“ oder „pure Leather“. Unabhängige Prüfzeichen sucht der Verbraucher oft vergeblich. Sie eignen sich auch kaum zur Orientierung, zumal eine permanente Prüfung der Richtlinien praktisch unmöglich ist: So beliefern in China – einem der bedeutendsten Lederexportländer weltweit – unzählige kleine Gerbereien einen einzelnen großen Hersteller. Dieser setzt dann die Schuhe oder Handschuhe aus den verschiedenen Lederstücken zusammen.

Dass unsere Produkte zweifelsohne teurer sind als herkömmlich industriell hergestellte, liegt hauptsächlich an der Erstklassigkeit unserer Rohstoffe und deren Verarbeitung. Das zahlt sich aus! Denn am Ende überzeugt sowieso nur Qualität.

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